Nach Rassismus-Vorwürfen: „Bahlsen“ nennt Plätzchen nicht mehr „Afrika“ – ein Kommentar

Vor fast 70 Jahren hat der Keks-Hersteller „Bahlsen“ aus Hannover kleine Schokowaffeln mit extra viel Schokolade auf den Markt gebracht. In Bezug auf die Herkunft der Kakaobohnen nannte er die Sorte „Afrika“.

Im Jahr 2020 haben sich dann irgendwelche woken Internet-Nutzer auf Instagram unter einem Posting des Unternehmens darüber aufgeregt und behauptet, der Name „Afrika“ wäre Rassismus.

Ein Jahr später hat „Bahlsen“ nun das Produkt umbenannt: die Waffeln heißen nun „Perpetum“, was aus dem lateinischen abgeleitet wurde und „Beständigkeit“ bedeuten soll.

Wie ironisch!?

Allein die Nennung des Kontinents Afrika ist kein Rassismus. Und wer sich dafür einsetzt, dass Produkte mit einem derartigen Namen aus den Regalen und damit auch aus unserer Wahrnehmung verschwinden, grenzt selbst einen kompletten Kontinent aus.
In den meisten Fällen sind es ironischerweise Unbetroffene, die sich am lautesten über den angeblichen Rassismus beklagen.

Ob diese Menschen auch irgendwann auf „AXE AFRICA“ stoßen? Und dann noch die „Black“-Reihe? Vielleicht kommen sie dann ins Grübeln, weil das Unternehmen u.a. auch eine limitierte Auflage von „Love is Love Unite“ als Zeichen für die Gleichberechtigung Homosexueller vertrieben hat.
Wie man sieht, die Welt ist viel bunter und man kann nicht immer nur in schwarz/weiß denken. Eigentlich ja auch eine Eigenart, gegen die diese woken Menschen kämpfen wollen.

Löw am Ende! Müller & Neuer müssen übernehmen! | Kommentar

Es war eine kleine, aber aussagekräftige Szene. Während die deutsche Nationalmannschaft sich auf dem Platz noch immer gegen die überraschend knappe Niederlage gegen Frankreich wehrt und auf den Ausgleichstreffer hofft, packt Noch-Bundestrainer Jogi Löw schon mal seine Sachen zusammen: Kugelschreiber, Notizzettel, Maske auf.

Hatte Jogi Löw noch einen wichtigeren Termin und deswegen keine Zeit mehr, bis zur letzten Sekunde gemeinsam mit seiner Mannschaft um den Sieg zu kämpfen?

Diese Szene, die den großen Medien bisher offenbar noch immer nicht ins Auge stach, zumindest berichten sie nicht wie erwartet darüber, sagt sehr viel über den Status Quo aus.

Thomas Müller nannte sich selbst vor einigen Tagen in einem Interview scherzhaft „Spielertrainer“; wohl in Anspielung darauf, dass „Radio Müller“ auf dem Platz ständig mit seinen Kollegen kommuniziert und Anweisungen gibt.

Aus Spaß wird häufig ernst. Und dieser Ernst ist vielleicht die einzige Alternative, die diese Nationalmannschaft im Turnier noch hat: die Spielertrainer Thomas Müller und Manuel Neuer!

Machen wir uns doch nichts vor: Jogi Löw hat innerlich mit der Nationalmannschaft abgeschlossen. Und das zeigte er spätestens in dieser einen und entlarvenden Szene.
Vielleicht hatte er darauf gehofft, dass das Team sich selbst durch dieses Turnier zieht und er sich am Ende mit einem „Seht Ihr, ich kann es halt doch noch“ verabschieden kann. Oder aber mit einem höhnischen „…nun habe ich die zurückgeholt, aber Ihr seht ja selbst…“.

Was immer auch sein mag: wenn die deutsche Nationalmannschaft noch ein Spiel bei der EURO 2020 gewinnt, vielleicht sogar in die nächste Runde einzieht, oder egal was da noch an positiven Wendungen geschehen könnten, dann eher trotz Jogi Löw, aber sicher nicht wegen Jogi Löw. Denn der Bundestrainer, der hat auch innerlich seine sieben Sachen schon längst gepackt.

Bild: ZDF Screenshot

Wahlkampf auf Kosten von Menschenleben: Politiker wollen Maskenpflicht abschaffen und malen falsches Bild von Impfungen

Dass die AfD mal wieder die Abschaffung der Maskenpflicht fordert, ist nicht neu. Derartige Forderungen gibt es von der rechten Seite, seitdem man erkannt hat, dass die Zielgruppe querdenkt.
Die FDP fischt, obwohl sie gefühlt nur alles für die Wirtschaft tut, oft genug bei dieser Thematik in ähnlichen Gewässern. Und Partei-Vize Wolfgang Kubicki bringt nun ein Thema auf den Tisch, welches unnötiger wohl nicht sein könnte: die Abschaffung der Maskenpflicht!

Mitten im Wahlkampf stürzt sich ausgerechnet Bundesjustizministerin Christine Lambrecht aus der SPD ebenfalls auf dieses Thema, spielt den Ball aber weiter an die Bundesländer, die eine Maskenpflicht entsprechend selbst überprüfen sollen.

Die Maskenpflicht ist die einfachste und wahrscheinlich effektivste Waffe im Kampf gegen den Corona-Virus. Sie zum jetzigen Zeitpunkt niederzulegen, das sehen auch Virologen skeptisch. Positive Werte im Sommer und Politiker, die es nutzen um die Hände in den Schoß zu legen, das kennen wir schon aus dem Jahr 2020. Im Herbst heißt es dann wieder: „….lasst uns nicht auf die Fehler in der Vergangenheit schauen, wir müssen nach vorn blicken.“.

Im Wahlkampf malen die Politiker auch ein falsches Bild von den Corona-Impfungen. Immer wieder klingt durch, man müsse nun die Impf-Verweigerer und –Skeptiker überzeugen.
Doch so weit sind wir noch nicht einmal annähernd!? Menschen müssen nicht überzeugt werden, solange die Impfzentren und Ärzte unzählige Impfwillige auf den Wartelisten haben, die sie aufgrund von Impfstoff-Mangel gar nicht bedienen können.
Das interessiert die Politik aber nicht; schließlich ist Wahlkampf! Und im Kampf um jede einzelne Stimme lässt sich das schleppende Impftempo viel besser den angeblichen Impfverweigerern zuschieben, die in Wirklichkeit aber zum jetzigen Zeitpunkt gar keine Rolle spielen.

Kai-Torben sieht Gaffer…

Wenn die Menschen etwas können, dann ist es pauschalisieren. Und das gilt seit einiger Zeit auch für Mitmenschen, die Verkehrsunfälle und andere Unglücke nicht konsequent ignorieren. Wer auch nur annähernd ein Interesse zeigt, ist gleichzusetzen mit einem Gaffer, der am Unfallort dem sterbenden Opfer das Smartphone ins Gesicht drückt, um ein Selfie zu machen.

Regionale Gruppe in den sozialen Medien. Klaus-Günther teilt mit, dass die Hauptstraße im Dorf gesperrt ist. Karl-Gustav fragt kurz nach, was denn passiert sei. Das ruft Kai-Torben auf den Plan: „Autounfall. Mehr muss man nicht wissen.“

Als erstes müssen wir uns also den Namen Kai-Torben merken. Kai-Torben ist nämlich ab sofort die oberste moralische Instanz im Internet und entscheidet, wer was zu wissen hat. Thomas De Maiziere wird sich freuen, denn bisher war er allein dafür verantwortlich, welche Informationen die Gesellschaft bekommt und welche sie nur unnötig verunsichern würden.

Halten wir mal fest, dass Karl-Gustav gar kein Interesse an Details zeigte. Karl-Gustav wollte ja nur den Grund der Sperrung erfahren. Vielleicht weil er wissbegierig oder neugierig ist. Vielleicht wollte er aber auch nur von dieser Information die potentielle Dauer der Sperrung ableiten. Aber das weiß nur Kai-Torben. Und vielleicht Karl-Gustav selbst. Aber wenn, dann sicher nicht so gut, wie …Kai-Torben.

Grundsätzlich muss man sagen, dass Menschen oft ein nachvollziehbares Interesse an zusätzlichen Informationen über einen Unfall haben. Nämlich dann, wenn sie befürchten, dass Freunde oder Familienangehörige aufgrund von Uhrzeiten oder Lokalitäten darin verwickelt sein könnten.

Noch wichtiger ist es aber zu verstehen, dass der Mensch einen natürlichen Impuls hat, der ihn bei Unfällen und anderen Ereignissen hinschauen lässt: nur so funktioniert nämlich „stellvertretendes Lernen“.
Ja, auch durch ein völlig zerstörtes Auto lernt der Mensch, dass mit dem Rausch der Geschwindigkeit auch das Risiko verbunden ist, sein Leben zu verlieren.

Bei den meisten Menschen funktioniert das Gleichgewicht zwischen natürlichen Impuls und moralischen Kompass. Diese Menschen wagen einen flüchtigen Blick, oder sie schauen aus weiter Entfernung, was da passiert ist. Andere wiederum erkundigen sich in den sozialen Medien.
Diese Menschen haben eines gemeinsam: sie behindern keine Rettungsarbeiten, sie verletzen keine Persönlichkeitsrechte und sie geben wichtigtuerischen Klugscheißern wie Kai-Torben eine Daseinsberechtigung im Internet.

Wenn Sie das nächste Mal so sein wollen wie Kai-Torben, legen Sie das Smartphone zur Seite und sparen Sie sich ihren Kommentar einfach. Sie outen sich nämlich als Mensch, der nur in Schwarz-Weiß denkt. Ein Mensch, der Grautöne und bunte Farben gar nicht sieht. Also genau genommen als ziemlicher Einfaltspinsel.

Promi-Statements einfordern: Lasst es doch einfach sein…

– Kommentar –

Die Schlagersängerin Helene Fischer äußert sich höchst selten zu politischen Themen. Nachdem die Öffentlichkeit dies über einen langen Zeitraum einforderte, sprach sie sich gegen Rassismus aus. Und schnurstracks wurde sie dafür kritisiert, dass sie dabei die AfD nicht explizit ansprach.

Prominente werden aufgefordert, Stellung zu beziehen – ob sie wollen oder nicht

Früher hat man sich vielleicht auch das ein oder andere Mal gefragt, was sein Lieblingsstar zu einem Thema dachte. Mit den sozialen Medien sind wir nun aber an einem Punkt, an dem Prominente jeglicher Art so lange öffentlich unter Druck gesetzt werden, bis sie Stellung zu einem Thema beziehen.

Nahost-Konflikt ist nichts für ein Instagram-Bildchen

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist so komplex, dass selbst Politik-Experten ihre Schwierigkeiten bei einer Einordnung von Entwicklungen haben oder sich im Rahmen von Debatten streiten.
Gleichzeitig erwartet man von Menschen, deren Fachgebiet Musik, Schauspiel, Comedy oder einfach nur die Vermarktung von Pflegeprodukten ist, dass sie zu einem solchen Thema vor einem Millionenpublikum im Internet Stellung beziehen.
Dabei kommen dann irgendwelche Instagram-Bildchen oder Tweets in 280 Zeichen heraus.

Es interessiert niemanden, es ändert nichts und im schlimmsten Fall kann es noch schaden

Wieso sollte es überhaupt von Interesse sein, was ein Prominenter über den Nahost-Konflikt denkt? Ist es nicht viel mehr die Selbstbestätigung der Menschen, dass sie einen Prominenten zu einer Stellungnahme drängen konnten?
Denn wenn man mal ehrlich ist: es ändert doch wirklich gar nichts für irgendwen, wenn ein Prominenter auf Instagram erklärt, er würde gerade an Israel denken und den Menschen dort alles Gute wünschen.

Im schlimmsten Fall kennt sich der Prominente mit dem Thema nicht aus, übernimmt irgendwelche Nachrichten oder Aussagen eines Anderen und verbreitet auf diese Weise auch noch Fake-News oder irgendwelche Halbwahrheiten.

Engagement als Selbstinszenierung

„Profilbild geändert, weltweit Terrorismus gestoppt!“
Mit diesem ironischen Kommentar wurden einst die Menschen auf den Arm genommen, die ihr Profilbild mit einem hippen Slogan etc. aufmotzten und so ein Zeichen gegen Terrorismus setzen wollten.
Als würde wirklich jemals irgendwo ein Terrorist das Profilbild von Ulf Müller aus Schönhausen sehen und denken: „Ach, Recht hat er ja, ich lass das mit der Bombenweste mal lieber…“

Nein, ob man nun ein Profilbild ändert oder ein Hashtag wie #Blacklivesmatter im Zusammenhang mit einem düsteren Bildchen postet: es dient in erster Linie der Selbstinszenierung. Und wenn das Thema zwei Wochen später durch ist, dann stürzt man sich auf die nächste gesellschaftliche oder politische Katastrophe und ist wieder am Start.
Oder wissen Sie gerade, was in Belarus vor sich geht?

Wer bei klaren Verstand ist, weiß es doch selbst….

…was gerade in Israel passiert. Es ist einfach alles nur tragisch. Da feuern Menschen Raketen aufeinander ab, es sterben Unschuldige und es ist kein langfristiges Ende in Sicht.
Wer einen Funken Moral und Anstand besitzt, der findet das einfach nur tragisch, schlimm und wünscht sich eine bessere Welt, in der sowas nicht geschieht.
Braucht es dafür denn wirklich einen Prominenten, der das noch einmal bestätigt?

91. Minute: Kommentatoren mit Leidenschaft bevorzugt

In der nachfolgenden Situation spielt es keine Rolle, um welche Mannschaft es sich handelte, denn diese und ähnliche Erfahrungen haben bereits Fußball-Fans aller Clubs schon einmal vor dem Fernseher erleben müssen. Die Situation ist kein Beispiel, sie wurde vielmehr 1:1 so erlebt.

Das Spiel läuft seit einiger Zeit. Ich wende mich kurz, etwa für 20-25 Sekunden ab, schaue dann wieder auf den Bildschirm und sehe jubelnde Spieler. Der Kommentator mit monotoner Stimme: „…das wird man im Kölner Keller wohl noch einmal überprüfen, könnte knapp Abseits gewesen sein.“

Etwa zwei Minuten später stürmt die gegnerische Mannschaft auf das Tor zu. Der Kommentator kann nicht an sich halten, seine Stimme wird lauter, er scheint vom Stuhl zu springen und lobt die „…fantastische Tor-Chance, Wahnsinn, so knapp…“.

Wer den Unterschied so nicht erkennen konnte, dem sei es noch einmal erklärt: während Team A ein Tor schießt, kommt dem Kommentator nicht eine Emotion über die Lippen. Hätte ich mich einige Sekunden länger abgewendet, ich hätte noch nicht einmal den Torjubel mitbekommen.
Einen Augenblick später dann ein Feuerwerk der Emotionen; weil es ganz offensichtlich die persönlich bevorzugte Mannschaft ist.

Von journalistischer Objektivität möchte ich hier gar nicht sprechen. Geschenkt.
Aber als Zuschauer brauche ich mir keine Live-Analyse eines Kommentators anhören, der seine persönlichen Vorlieben und Abneigungen so dermaßen zur Schau stellt, dass ich ihm gar keine objektive Einschätzung mehr zutrauen kann.

Noch nicht einmal der Service, dass ein Kommentator durch Veränderungen in der Stimme auf spielentscheidende Situationen aufmerksam macht und ich, der seine Aufmerksamkeit ganz kurz woanders hatte, quasi wieder zurückgeholt werde – nicht gegeben.

Wozu brauche ich diesen Kommentator des Spiels dann noch? Damit er aufzählt, wer den Ball zu wen schiebt? Das sehe ich doch selbst.

Aber keine Kritik, ohne konstruktiven Ansatz!

Auf journalistische Objektivität, Top-Ausbildung und neutrale Analysen während des Spiels kann ich verzichten. Es ist schließlich nur Fußball.
Stattdessen würde ich einen festen Kommentatoren bevorzugen, der mindestens starke Sympathien für den jeweiligen Verein hat, wenn nicht sogar mit vollem Herzen dabei ist.

Als Zuschauer kann ich dann zwischen beiden Ton-Spuren wählen und mir den Kommentatoren meines Vereins anhören.

Das ist doch dann doppelt so teuer? Ja, aber es wäre auch gut angelegtes Geld. Ein solcher Kommentator wäre ein Teil der Fans. Der Typ aus dem angesprochenen Beispiel war eher der nervige Kerl, den irgendwer mitgebracht hat und keiner traut sich, ihn rauszuwerfen.

Und wer sich sorgt, dass sich die Zuschauer dann nicht mehr über die Kommentatoren aufregen können und eine weitere Diskussionsgrundlage fehlen könnte: ganz ruhig! Wer sich damit die Zeit vertreiben möchte, der schaltet einfach beim gegnerischen Kommentator ein und findet da genügend Ansätze, um auf Facebook mal wieder so richtig in die Tasten zu hauen…

Hinweis!
Die Reihe „91. Minute“ ist als Kommentar zu verstehen. Rein subjektiv, selten objektiv und bietet idealerweise eine Diskussionsgrundlage.
Anderer Meinung? Dann ab damit in die Kommentarspalte!


Gesundheit der Angestellten ist zu vernachlässigen, solange man vom Staat eine Vollkasko-Versicherung erwarten kann…

Wenn Politik und Gesellschaft darüber diskutieren, wie man geimpften Menschen ihre Rechte zurückgeben kann, dann ist das verständlich.
Weniger verständlich sind die ständigen Forderungen der Wirtschaft, „endlich“ Lockerungen vorzunehmen. Vielleicht wäre es hilfreich, wenn die Wirtschaftsverbände ausnahmsweise mal den Blick von den Bilanzen nehmen und beispielsweise auf die Notrufe von Intensivmediziner und Intensivpfleger hören.

Aber das wird wohl nicht passieren.

Stattdessen wehrt sich die Wirtschaft gegen eine Test-Pflicht. Ja keinen Euro zu viel ausgeben, denn sollte es wirklich einmal zu einem Corona-Ausbruch kommen, kann man ja immer noch beim Staat finanzielle Hilfen geltend machen. Somit ist die Gesundheit der Arbeitnehmer*innen für die Wirtschaft ein Faktor, der zu vernachlässigen ist; zumindest solange, wie man vom Staat eine gefühlte Vollkasko-Versicherung erwarten kann.
Mit Mühe und Not konnte sich die Politik dazu durchringen, die Unternehmen zu einem zweimaligen Test-Angebot in der Woche zu verpflichten. Fragt man selbst einmal im privaten Umfeld, dann wird diese Verpflichtung gern umgangen; einmal wöchentlich muss reichen, oder Arbeitnehmer*innen sollen gefälligst in der Freizeit die kostenlosen Angebote der Kommunen nutzen.
Und wer will sich in diesen Zeiten schon gegen diese bodenlose Frechheit wehren und seinen Arbeitsplatz aufs Spiel setzen?

#HaltdieFresseBild wirkungslos: Internet-Nutzer müssen Werbepartner unter Druck setzen!

Mit #HaltDieFresseBild wollen Internet-Nutzer die Hetze gegen Corona-Maßnahmen der BILD stoppen. Das funktioniert aber nicht.
Wenn man der BILD wirklich beikommen will, muss man die Unternehmen unter Druck setzen, die bei der BILD immer noch Werbung schalten.

Hetzen. Titten. Halbwahrheiten. Lügen. Und ganz viel Druck auf alle Arten von Prominenten, die sich dem Zirkus nicht anschließen wollen.

Die Machenschaften der BILD sind hinlänglich bekannt. Und trotzdem bleibt BILD die wahrscheinlich größte und einflussreichste Nachrichtenquelle im Land.

Und als solches sorgt die BILD schon seit Monaten dafür, dass die Corona-Leugner neues Wasser auf ihren Mühlen bekommen und das „coronamüde“ Land gegen jegliche Schutzmaßnahmen aufgehetzt wird.

Man wirft der Tagesschau vor, die „Corona-Karte“ von Deutschland mit dunkleren Farben zu manipulieren, ändert die eigene Karte aber still und heimlich selbst farblich ab, um ein positiveres Bild abzugeben.

Die „Bundes-Notbremse“ wird auf einmal zum „Merkel EINSPERRGESETZ“, weil es so viel bedrohlicher klingt.

Der BILD-Chef Julian Reichelt bezeichnet das Gesetz als „Geschenk für Extremisten“ und argumentiert damit, dass die Engländer wieder in Pubs sitzen dürfen, während wir eingesperrt werden. Er vergisst dabei, dass es in England zuvor noch viel strengere Maßnahmen gab und die Öffnungen nur deswegen überhaupt möglich sind.
Applaus für diese falschen Darstellungen gibt es vor allem von AfD-Wählern in den sozialen Netzwerken
. Wer machte den Extremisten da wohl eher ein Geschenk?

Auf Twitter trendet immer wieder #HaltDieFresseBild. Aber damit wird rein gar nichts erreicht. Im Gegenteil: in der Redaktion wird man höchstens noch angestachelt, verbreitet die Nachricht, dass die „kritischen Schauspieler*innen“, die sich mittlerweile selbst alle für eine inszenierte Kampagne entschuldigen, möglicherweise ihre Engagements verlieren könnten. Man zeichnet das Bild einer Gesellschaft, in der Künstler*innen nicht mehr ihre Meinung sagen dürften; was aber völlig falsch ist: die heftigste Kritik an der geschmacklosen Aktion gab es von Kollegen und Kolleginnen.

Wenn man etwas gegen BILD ausrichten möchte, muss man ihnen nicht mit diesen Hashtag kommen. Man muss sie dort treffen, wo es weh tut!
Würden unzählige Internet-Nutzer die Werbepartner der BILD Online anschreiben, die Unternehmen in den sozialen Medien mit einen Shitstorm konfrontieren, dann würden sie – wenn auch nur vorübergehend – die Zusammenarbeit einstellen.
So, und nur so (!), kann man dem Treiben entgegenwirken: wenn es ans Geld geht!

Frau Bundeskanzlerin, …warum!?

Im Raum Stuttgart dürfen Familien sich an Ostern nicht besuchen. Sie dürfen auch nicht einfach so zum Gottesdienst gehen. Es dürfen sich noch nicht einmal Gruppen treffen, die gemeinsam spazieren gehen oder wandern.

Es ist aber kein Problem, dass sich 20.000 Corona-Leugner treffen, keine Masken tragen und keinen Abstand halten. Wenn sie faschistische Parolen rufen, Journalisten angreifen und sogar eine Live-Schalte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen abgebrochen werden muss, weil Steine auf Journalisten geworfen werden – gar kein Problem!

Es ist nicht etwa so, als würden diese Menschen reihenweise von der Polizei einkassiert werden. Nein, stattdessen gibt es eine Pressemitteilung der Polizei Stuttgart, in der sie nicht ohne Stolz berichten, 254 Ordnungswidrigkeiten aufgenommen zu haben und erfolgreich die Menschenmasse ohne Störungen von Gegendemonstranten durch die Stadt gelenkt zu haben.

Überall in Deutschland können Corona-Leugner auflaufen, Verordnungen ignorieren und Gesetze brechen. Konsequenzen brauchen sie keine zu fürchten. Frau Bundeskanzlerin, warum!?

Kampf gegen Corona: Status Quo und was sich ändern muss…

-Kommentar –

Betrachtet man den derzeitigen Status Quo der Corona-Pandemie, dann sind da vor allem chaotische Zustände, mangelndes Vertrauen, Verdrossenheit und Perspektivlosigkeit: alles in allem Zustände, die so nicht mehr tragbar sind.

Wie sieht es denn überhaupt aus?
In Deutschland nimmt die Impfung keine richtige Fahrt auf. Allgegenwärtig sind vor allem die Schlagzeilen im Zusammenhang mit AstraZeneca, die uns auf der einen Seite verunsichern, auf der anderen Seite aber auch zeigen, dass die zuständigen Behörden bei jeder Kleinigkeit sofort reagieren, um die Bevölkerung vor mangelhaften Impfstoffen zu schützen.

Gleichzeitig scheinen die Maßnahmen zwischen „total irre“ (Schüler/innen inmitten der 3. Welle ohne Maske bei 100% Auslastung im Klassenzimmer) und „wozu soll das gut sein?“ („Ausgangssperre im Dorf“) zu schwanken.

Während die Corona-Werte durch die Decke schießen könnten, lässt man Corona-Leugner unter Polizeischutz durch die Gegend ziehen, oftmals auch größere Gruppen in Parks versammeln, feiern und schreitet viel zu spät ein.
Die Wirtschaft wird gepudert, die Kulturbranche ignoriert und wenn die Politik auf Fehler angesprochen wird, beschwört man gebetsmühlenartig, man könne die Vergangenheit ja nicht mehr ändern und es wäre besser, wenn man nach vorn schaut.
So einfach kann man es sich aber nicht machen.

Der Status Quo ist, dass wir es mittlerweile zu fast 90% mit einem deutlich aggressiveren und wohl auch tödlicheren Corona-Virus in einer neuen Variante zu tun haben. Wir können nicht länger mit einem Messer zu einer Schießerei gehen und denken, wir wären die Coolsten.

Wie könnte es besser laufen?

Politik
Erst einmal muss man sich darauf einigen, dass es unangebracht ist, rund um die Pandemie Wahlkampf zu betreiben.
Wer die Themen nicht trennen kann, muss es lernen.

Bundesweit einheitliche Regeln nach dem Motto „Wenn, dann…“ sind notwendig. Verbindlich. Und nicht so gestaltet, dass sich einzelne Bundesländer nur Stunden nach der Einigung dann wieder anders entscheiden.
Auf diesem Wege schafft man es auch, dass das Belohnungszentrum der Menschen aktiviert wird: wenn wir uns jetzt alle zusammenreißen, dann können wir bald wieder…

Gesellschaft
Kein Gesetz, keine Verordnung bringt etwas, wenn sie nicht konsequent umgesetzt wird. Und Menschen, die Gesetze brechen und nicht umgehend bestraft werden, zerstören die Moral aller Anderen.

Außerdem sollten Fachleute darauf angesetzt werden, die Propaganda-Nachrichten von Corona-Leugnern zu sammeln und durch ganz kurze, leicht verständliche Antworten klarzustellen. Auch gern mit kurzen Clips, die TV-Sender verpflichtend ausstrahlen.
Zudem sollte man Influencer und Menschen mit Vorbildfunktion gewinnen, die ihre jeweiligen Zielgruppen durch Info-Material vernünftig aufklären, oder einfach nur an die Vernunft appellieren.

Wirtschaft und Schulen
Die Wirtschaft muss verpflichtend alle Arbeitnehmer*innen, genauso wie die Schulen alle Schüler*innen zweimal wöchentlich einen Schnelltest unterziehen, damit Infizierte schnellstmöglich in Quarantäne geschickt werden können, da es auf freiwilliger Basis nicht funktioniert.

Das gilt auch für das Home Office, welches aufgrund einer losen Empfehlung und Bitte nur äußerst mangelhaft von der Wirtschaft umgesetzt wird.
Zu guter Letzt sollten Hygienekonzepte in den Unternehmen überprüft werden, da es immer noch genug Firmen gibt, die auf diesem Gebiet zu wenig machen.

Medien
Es kann einfach nicht sein, dass in gewissen Medien seit einem Jahr immer nur die Sehnsucht nach dem nächsten Urlaub geweckt wird. „Was ist mit unserem Sommer-Urlaub?“, „Was ist mit Urlaub zu Weihnachten?“, „Was ist mit Oster-Urlaub?“… Wer über ein Jahr nach der Pandemie immer noch nicht verstanden hat, dass es gerade nicht die Zeit für lange Urlaubsreisen ist, sollte mal zwingend über einen gewissen Realitätsverlust nachdenken.