3 Fragen an… Jan Jansen, Geschäftsführer der OsnabrückHalle

Mit dem Tag, an dem der Corona-Virus Deutschland erreichte, gingen für die Menschen in der Veranstaltungsbranche förmlich die Lichter aus. Allen Absichtserklärungen zum Trotz, genau diese Menschen stehen oftmals noch immer im Dunkeln.

Im Rahmen unserer Reihe „3 Fragen an…“ hatten wir die Gelegenheit mit Jan Jansen, seit 2015 Geschäftsführer der OsnabrückHalle, über diese Situation zu sprechen. Außerdem schauen wir mit ihm in die absehbare Zukunft der OsnabrückHalle und beleuchten, welche langfristigen Auswirkungen die Corona-Pandemie auf Veranstaltungen haben könnte.

TodaysNewsTab: Die komplette Veranstaltungsbranche ist durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zum Stillstand gebracht worden. Haben die Proteste mittlerweile spürbare Veränderungen erzielt?

Jan Jansen: Die Situation ist für Viele weiterhin existenzbedrohend. Das wurde mit dem „Lockdown light“ noch verschärft, für viele ist dies normalerweise Hochsaison und die zugesagten Hilfen sind oft noch nicht geflossen. Die Branche ist zudem ja sehr heterogen und kleinteilig. Großunternehmen mit mehr als 100 Personen gibt es kaum. Das war dann auch eine schmerzliche Erfahrung, dass unsere Rolle weder wirtschaftlich, noch gesellschaftlich wirklich gesehen wird. Diese Erkenntnis hat aber aus meiner Sicht in der Branche zu einer Veränderung geführt: Der Zusammenhalt ist größer und der Wille ist da, nachhaltig anders wahrgenommen zu werden.

TodaysNewsTab: Wird die Infektionsgefahr, die uns sicherlich noch sehr lange im Alltag begleiten wird, das Gesicht von Veranstaltungen verändern? Sind beispielsweise „Glas-Abtrennungen“ im Publikum oder Einlass nur Impfnachweis für Sie denkbar?

Jan Jansen: Wir gehen davon aus, dass sich unser Geschäft ab Herbst 2021 beginnt zu normalisieren und wir im Laufe des Jahres 2022 wieder auf dem Level des Jahres 2019 sind. Ich halte es für wahrscheinlich, dass bestimmte Elemente aus der Corona-Zeit auch mittelfristig bleiben. Das Thema „Veranstaltungshygiene“ wird sicherlich intensiver betrachtet werden müssen, als vor der Corona-Pandemie. Die Menschen haben intensiv erfahren müssen, wie sich Viren verbreiten. Das gilt ja auch für weniger gefährliche Viren und es kann eine dauerhafte Verhaltensänderung auslösen. Das Thema „Klimatisierung/Lüftung“ wird dabei eine größere Rolle spielen. Die OsnabrückHalle ist da nach der Sanierung aber bestens gerüstet. Möglichkeiten zur Handdesinfektion hat es ebenfalls in der OsnabrückHalle schon seit Jahren gegeben. Ich denke, auch das wird bundesweit auch „nach Corona“ Standard bleiben. Auch Glasabtrennungen/Spuckschutzwände an den Theken könnten bleiben. Im Publikum finde ich Glaswände aber schwierig, auch akustisch. Und ob wir in 2021 vielleicht mit Impfnachweisen und/oder Schnelltests am Einlass arbeiten, wird sich zeigen. Wenn, wäre das sicherlich nur in einem Zeitraum denkbar, in dem Impfungen noch nicht ausreichend vorhanden sind.

TodaysNewsTab: Seit gestern, 8. Dezember, kann man sich in der OsnabrückHalle für einen günstigen Preis einen Corona-Schnelltest unterziehen. Wie wird das von den Menschen angenommen?

Jan Jansen: Der Veranstalter – GVO GmbH – berichtet von regem Interesse. Da haben sich schon viele Unternehmen gemeldet, die dies für Ihre Belegschaft in der Vorweihnachtszeit nutzen möchten. Heute – am ersten Öffnungstag – war auch der Zulauf von Privatpersonen schon sehr gut.

TodaysNewsTab: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben und wir hoffen gemeinsam darauf, dass die Türen der OsnabrückHalle möglichst bald wieder für unvergessliche Veranstaltungen geöffnet werden können.

Bild: Privat

3 Fragen an… Gina Sibila |Ausgerechnet am Freitag, den 13.: Corona-Vollbremsung für Artistin

3 fragen an gina sibila

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie waren notwendig und weitestgehend sinnvoll, wie der vergleichsweise glimpfliche Verlauf in Deutschland zeigt. Trotzdem tragen viele Menschen die wirtschaftlichen Folgen und ganze Branchen standen im März 2020 plötzlich vor dem Nichts, weil sie so gesehen ein Berufsverbot erteilt bekamen.

Wie sich das auf die Künstler und Künstlerinnen auswirkt, die gerade eben noch im Scheinwerferlicht auf der Bühne standen und den Applaus vom Publikum bekamen, nun aber um ihre Existenz bangen müssen, kann man sich nur schwer vorstellen.

Gina Sibila tritt auf Bühnen in der ganzen Welt auf und begeistert das Publikum mit ihren artistischen Einlagen mit dem Rhönrad. Unmittelbar bevor die Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Kraft traten, konnten wir die 25-jährige aus Essen noch im Rahmen der „Rock the Circus“-Tour in der OsnabrückHalle live erleben. Kurze Zeit später stand sie mit 90 kg schweren Gepäck vor der Frage, wie sie nun nach Hause kommt…

Gina Sibila stand uns für die Interview-Reihe „3 Fragen an…“ zur Verfügung und gab uns dabei einen exklusiven Einblick in den Moment, in dem sie erfuhr, dass sie nun auf unbestimmte Zeit keine Bühne mehr betreten würde. 

„Wir saßen im Hotel beim Frühstück und hatten eine schöne Zeit, als die Nachricht über uns einbrach…“

TeutoNewsTab: Die Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden Sie wahrscheinlich als Vollbremsung im beruflichen Alltag erlebt haben. Vom Leben auf Tour, mit Auftritten vor Publikum, direkt in die „Wir bleiben Zuhause“-Phase?

Gina Sibila: Genau so kann man es beschreiben. Am 11.3. habe ich, noch nichts ahnend, meine Acts performt. Am 12.3. mussten wir mit dem Tour-Bus eine besonders lange Pause machen, die uns bereits seltsam vorkam. Und als wir dann im nachmittags im Theater angekommen sind, hieß es, baut Eure Requisiten noch nicht auf, eventuell dürfen wir heute wegen einem Corona-Vorfall hier in der Stadt nicht spielen.
Also waren wir erneut zum Warten im Theater gezwungen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit hat unser Tour-Manager uns dann mitgeteilt, dass wir alles wieder verladen und zum nächsten Hotel aufbrechen könnten, ohne die Show gespielt zu haben.

Die Stimmung war sehr durchmischt und es gab keine weiteren Informationen, wie es nun weitergeht.

Später am Abend folgte auch noch das normale DaySheet für den nächsten Tag. Darauf stehen dann Informationen für den Tagesablauf: wann wir aus dem Hotel auschecken müssen, wann der Tour-Bus abfährt, wie lange wir fahren, wann wir auf die Bühne dürfen und wann die Show beginnt.
Also gut, dachten wir, morgen geht es normal weiter.

Dann, am nächsten Tag, für die Abergläubischen…es war übrigens Freitag, der 13. März…., saßen wir im Hotel beim Frühstück und hatten eine schöne Zeit, als die Nachricht wie eine Gewitterwolke über uns einbrach: die Tour wird wahrscheinlich abgesagt, um 11:00 Uhr ist ein Meeting!

Dem war dann auch so. Und als das Meeting vorbei war, brach erst einmal hektisches Planen und organisieren aus. Der Tour-Bus wollte alle Artisten so schnell es geht nach Berlin bringen, aber das ging erst nach einer weiteren Nacht im bereits gebuchten Hotel hinter Osnabrück.
Aus dem jetzigen Hotel mussten wir trotzdem bis 12:00 Uhr auschecken und so wurde alles ziemlich chaotisch.

Ich brauchte nicht mit nach Berlin, weil ich in NRW bleiben konnte. Andere Artisten aus dem Ausland mussten erst prüfen, von welchem Flughafen sie ins EU-Ausland reisen konnten.

Und ich hatte ein schweres Problem: wie bekomme ich ohne fahrbaren Untersatz mein Rhönrad und Cyr plus Gepäck nach Hause? Mit Sperrgepäck, ca. 90 kg insgesamt, konnte ich nicht eben in die nächste Bahn steigen….
Und möchte ich überhaupt noch eine weitere Nacht mit den Anderen im Hotel bleiben?

So wurde dann aus dem geplanten Tour-Leben ein Abenteuer: wie komme ich nach Hause?

„Ich habe versucht, soweit die Motivation und die Verzweiflung sich vertragen haben, meine Fitness aufrecht zu erhalten…“

TeutoNewsTab: Auf regelmäßiges Training kann man in Ihren Beruf gar nicht verzichten. Über Instagram konnte man verfolgen, wie Sie sogar Zuhause auf engsten Raum mit dem recht großen Rhönrad trainierten und immer wieder neue Herausforderungen suchten: wie haben Sie sich da motivieren können?

Gina Sibila: Motivation, uff, ein ganz großes Thema. Als selbstständige Künstlerin weiß ich gut, dass Eigenmotivation sehr wichtig ist. Aber was ist, wenn sich plötzlich die Welt auf den Kopf stellt? Ich meine, nicht im Handstand oder im Rhönrad, damit ich mich sehr gut aus. Ich meine wenn die geplanten Verträge und Jobs durch höhere Gewalt einer nach dem anderen abgesagt oder verschoben werden.
Wenn die sonst guten monatlichen Einnahmen auf 0.00 € fallen und man nicht weiß, wann man wieder anfangen darf?

Es ist wie eine Achterbahnfahrt, man hat Phasen, die sich immer wieder abwechseln. In einem Moment baue ich mein 2.1 Meter großes Rad in meinem Zimmer auf und schmeiße dafür mein geliebtes Bett raus. Ich starte auf rekordverdächtigen kleinen Raum von 3.50 Meter Breite ein wenig zu kreieren. Im nächsten Moment denke ich darüber nach, welche Alternativen ich denn zur Artistik hätte: aber auch als Trainer oder Masseur habe ich keine Grundlage während des Kontaktverbotes.

Ich habe versucht, soweit die Motivation und die Verzweiflung sich vertragen haben, meine Fitness aufrecht zu erhalten und habe immer mal wieder kreative Projekte für mich umgesetzt.

Mit meinem Team haben wir uns zum Online-Workout getroffen, mit einer Freundin war ich regelmäßig joggen. Mit und für meine Turnkinder habe ich per WhatsApp-Gruppe immer verschiedene Turn-Challenges vorgemacht und sie haben es nachgemacht.

INFO
Wenn Sie mehr von Gina Sibila erfahren möchten, besuchen Sie Ihre Webseite unter www.ginasibila.com oder folgen Ihr auf Instagram, wo sie ihren Followern regelmäßig exklusive Einblicke gewährt.

TeutoNewsTab: Wie weit fortgeschritten sind denn die Planungen, irgendwann wieder auf eine Bühne stehen zu können?

Gina Sibila: Ich wünschte, ich könnte langsam mal anfangen effektiv zu planen. Aber da man nach wie vor nicht genau weiß, wann es realistisch gesehen wieder losgehen könnte, ist es eher eine schwammige Planung.
Ich habe mit der Agenturarbeit begonnen. Material gesammelt und eingereicht, so dass alles auf dem neusten Stand ist, wenn es wieder losgeht mit den offiziellen Events.

Ich hoffe auf ein paar Shows oder Produktionen nach dem Sommer, dass diese stattfinden können und nicht auch verschoben werden oder ausfallen müssen.
Sobald es wieder möglich ist mit kleineren Menschenansammlungen, werde ich auf die Straße gehen. Den Menschen die Kultur mit Streetshows geben. Denn ich kann es kaum erwarten, meine Leidenschaft und Liebe wieder mit den Menschen zu teilen, sie zum Träumen bringen und zu faszinieren.

TeutoNewsTab: Vielen Dank, dass Sie sich in der für Sie doch ziemlich schwierigen Situation die Zeit genommen haben, unsere Fragen zu beantworten.

Bild: Gina Sibila/Privat

 

„Wir verlieren eine Million Euro…“ – 3 Fragen an… Andreas Busemann, Geschäftsführer Zoo Osnabrück

3 Fragen an Andreas Busemann.pngWegen der Corona-Pandemie haben unter anderem auch die Zoos in Deutschland geschlossen. Die fehlenden Einnahmen bringen viele Tierparks in Schwierigkeiten, denn die Tierpfleger/innen müssen natürlich weiterhin arbeiten, die Tiere versorgt werden und nur weil wir eine Pandemie bekämpfen, haben sie nicht weniger Hunger.

In diesen Zeiten ist Solidarität gefragt.
Wir haben zu diesem Anlass mit Andreas Busemann, Geschäftsführer vom Zoo Osnabrück, gesprochen. Der Zoo und zahlreiche Unternehmen haben die unterschiedlichsten Aktionen gestartet, mit denen man dem Tierpark durch die schwere Zeit helfen kann.
Und wer möchte, kann dies auch getreu dem Motto „Tu`Gutes und zeige es!“ machen. Aber dazu später mehr.

TeutoNewsTab: Durch die aktuelle Corona-Krise benötigt auch der Zoo in Osnabrück dringend Hilfe, wie man bereits vernehmen konnte. Wie sieht die aktuelle Situation genau aus?

Andreas Busemann: Durch die aktuelle Schließung entfällt die wichtigste Einnahmequelle des Zoos: Die Besuchereintritte.
Diese machen normalerweise 75 Prozent der Einnahmen aus. Bis Ende April verlieren wir somit allein 1 Million Euro. Dies bringt uns in eine sehr schwierige finanzielle Situation, die die Existenz des Zoos gefährdet.
Ein Lichtblick in dieser schweren Zeit ist die große Spendenbereitschaft von Privatpersonen und Unternehmen.

„Durch verschärfte Kontrollen am Eingang, die Schließung der Tierhäuser und weiterer Maßnahmen könnten wir Menschenansammlungen vermeiden.“

TeutoNewsTab: Der Osnabrücker Zoo ist recht weitläufig: wäre es organisatorisch möglich, den Zoo täglich für eine begrenzte Anzahl an Besucher/innen zu öffnen und auf diese Weise auch die Not etwas zu lindern, wenn der Gesetzgeber es gestatten würde?

Andreas Busemann: Theoretisch würde das gehen. Wir haben eine Fläche von 23.5 Hektar und somit ein sehr weitläufiges Gelände. Durch verschärfte Kontrollen am Eingang, die Schließung der Tierhäuser und weiterer Maßnahmen könnten wir Menschenansammlungen vermeiden.
So haben wir den Zoo auch am letzten Wochenende vor der Schließung geöffnet und alles lief problemlos und entspannt.

TeutoNewsTab: Wie können die Menschen dem Zoo in Osnabrück am effektivsten helfen?

Andreas Busemann: Die Menschen können uns momentan auf ganz vielen verschiedenen Wegen helfen: Eine Übersicht davon gibt es auf unsere 👉🏻 Homepage Auf der Seite kann man zum Beispiel einfach online spenden. Das Beste daran ist, dass die Stadt Osnabrück zugesichert hat, alle Spenden, die bis zum 21. April bei uns eingehen, zu verdoppeln.
Spenden sind also eine große Hilfe für uns.

Außerdem verkaufen wir Retter-Jahreskarten zum Sonderpreis. Diese gibt es für dieses Jahr, nächstes Jahr oder für 2020 UND 2021.
Auch durch den Erwerb von Retter T-Shirts, Tassen, Beuteln, Brotdosen und vielem mehr gehen Spenden an uns.
So können die Käufer allen zeigen, dass sie ein „Zooretter“ sind. Aber auch die Übernahme von Tierpatenschaften, die Mitgliedschaft in der Zoogesellschaft oder der Kauf von Gutscheinen für Tageskarten helfen uns aktuell weiter.
Zusätzlich unterstützen uns viele Firmen durch verschiedenste Aktionen.

TeutoNewsTab: Vielen Dank für das informative Gespräch und bleiben Sie bitte gesund!

3 Fragen an… Ines Pezdek, stellv. Marktleitung in Zeiten der Corona-Krise

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In Zeiten der Corona-Krise gelten sie als die „heimlichen Helden“ des Alltags: die Einzelhändler/innen!
Vom frühen Morgen bis zum späten Abend sorgen sie dafür, dass wir auch weiterhin gut versorgt durch die Woche kommen, sind dabei oft den Launen der Kundschaft ausgesetzt und haben vor allem auch ein hohes gesundheitliches Risiko, da sie täglich mit unzähligen Menschen in Kontakt kommen.

Stellvertretend für diese Menschen haben wir heute mit Ines Pezdek gesprochen. Die Bad Iburgerin ist stellvertretende Marktleitung eines Geschäftes in Bissendorf und opferte in dieser, für den Einzelhandel sehr stressigen Phase, ihre Freizeit, um unsere „3 Fragen an…“ zu beantworten.

Auf Wunsch von Frau Pezdek verzichteten wir auf das übliche Porträt-Foto: „Es geht hier ja nicht um mich, sondern um alle; von Kolleginnen und Kollegen bei uns, aber auch in allen anderen Geschäften.“

TeutoBlog: Frau Pezdek, vorab die wichtigste Frage, die man in diesen Zeiten stellen kann: haben Sie noch Toilettenpapier im Angebot?

Ines Pezdek: (lacht) Ja, haben wir tatsächlich. Und wenn es zwischendurch mal ausverkauft sein sollte, dann braucht sich niemand zu sorgen, denn wir bekommen laufend neue Lieferungen und es wird am Ende sicherlich niemand leer ausgehen.

TeutoBlog: Wie sehr spüren Sie im beruflichen Alltag die Corona-Krise? Hat sich beispielsweise das Kaufverhalten speziell Ihrer Kunden verändert?

Ines Pezdek: Natürlich, das spüren wir sehr deutlich. Neben dem derzeitigen Dauerbrenner, dem Toilettenpapier, verkaufen wir sehr viele Konserven, Getränke und haben generell einen sehr großen Andrang auf sämtliche Produkte.

Es ist auch alles kein Problem, wir haben ja noch ausreichend Ware. Nur kann es aufgrund der hohen Nachfrage manchmal dazu kommen, dass wir einzelne Produkte nicht wieder schnell genug in die Regale bekommen. Aber das ist eigentlich auch eher die Ausnahme, wir sind gut dabei und das komplette Team gibt alles, damit alle mit einer vollständig abgehakten Einkaufsliste den Laden verlassen können.

Deswegen auch meine Bitte an die Menschen, da ich persönlich derzeit die Erfahrungen gemacht habe: wir geben wirklich alles! Bitte begegnen Sie dem Verkaufspersonal mit etwas Geduld, wir arbeiten nicht gegen, sondern für Sie!
Man wird leider in den letzten Tagen häufiger sehr aggressiv angegangen, Personal und Kunden werden geschubst, es wird gerissen, vor Wut gegen Kartons getreten und es werden auch Verletzungen in Kauf genommen; solange man als Erster am Produkt seiner Wahl ist.
Wenn wir uns alle ein wenig zurücknehmen, zusammenhalten und aufeinander achten, wäre das alles halb so wild.

TeutoBlog: Sie kommen täglich mit unzähligen Menschen in Kontakt. Also eigentlich genau das, was wir in der jetzigen Zeit vermeiden sollen. Treffen Sie Schutzmaßnahmen, um sich dabei nicht zu infizieren?

Ines Pezdek: Das lässt sich in der Tat nicht vermeiden und wir müssen schon ein wenig schmunzeln, wenn wir am Abend sehen, wie viele Kunden wir wieder hatten und dann noch die Aufforderung im Hinterkopf haben, dass man den Kontakt zu Menschen eher meiden soll.
Aber wir versuchen möglichst gut darauf zu achten, dass wir einen gewissen Abstand einhalten, tragen Handschuhe bei der Arbeit, halten noch penibler die Hygienevorschriften ein und desinfizieren so oft es geht vor allem die Hände und die Arbeitsmaterialien.
Mehr kann man eigentlich in der Situation nicht machen, außer darauf zu hoffen, mit etwas Glück möglichst lange verschont zu bleiben.

TeutoBlog: Frau Pezdek, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben: wir wünschen Ihnen vor allem, dass Sie gesund bleiben und danken Ihnen stellvertretend für die vielen Angestellten im Einzelhandel, dass sie weiterhin Teil dieser großen Versorgungskette für die Menschen sind!

Ines Pezdek: Ich danke auch für das Gespräch und gebe den Dank gern an die Kolleginnen und Kollegen weiter. So ein paar aufmunternde Worte hören die in dieser stressigen Zeit sicherlich auch sehr gern.

3 Fragen an…: Mario Raab – THW Dienststellenleiter Warendorf

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Wenn sie nicht gebraucht werden, ist die Welt (hoffentlich) in Ordnung: die blauen Engel von der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, kurz THW.
Die deutsche Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes wurde am 22. August 1950 gegründet und steht den Menschen beispielsweise zur Seite, wenn denen – nicht nur sprichwörtlich – das Wasser bis zum Halse steht.
Und das nicht nur in Deutschland: auch weltweit wird das THW immer wieder tätig, um Menschen in Not mit technischer Ausrüstung und personellen Mitteln zu helfen.

Es muss dabei aber nicht immer zum Äußersten kommen. Wer beispielsweise am vergangenen Samstag am traditionellen „Ossensamstag“ teilnahm, traf ebenfalls auf die helfenden Hände des THW. Ein weiterer, deutlich traurigerer Anlass, war in der jüngeren Vergangenheit die Sicherung des einsturzgefährdeten Gebäudes in Lienen, in dem zuvor ein 19-jähriger Feuerwehrmann ums Leben kam.

Wer sind diese Menschen, die in ihrer Freizeit für den Ernstfall proben und jederzeit bereit sind, auszurücken, um ihren Dienst an die Gesellschaft zu leisten?
Im Rahmen unserer Reihe „3 Fragen an…“ hatten wir die Gelegenheit, mit Mario Raab, Dienststellenleiter des THW in Warendorf, zu sprechen. Der 42-jährige ist bereits seit Juli 2013 in seinem Amt als Ortsbeauftragter tätig und nahm sich zusätzlich noch die Zeit, unsere Fragen zu beantworten.

TeutoBlog: Wie sind Sie zum „THW“ gekommen und was hat Sie motiviert, sich dort ehrenamtlich zu engagieren?

Mario Raab: Zum THW bin ich vor 22 Jahren durch einen Kameraden gekommen. Dieser erzählte mir damals, dass er dem THW beigetreten sei um von der Wehrpflicht befreit zu werden. Da ich dies für mich ebenfalls in Betracht zog um durchgängig im Job bleiben zu können, habe ich mich über das Aufgabenspektrum des THW informiert und dies für mich als sinnvolles Hobby gesehen. Kurz zuvor hatte es auch ein großes Hochwasser an der Oder gegeben, welches mir durch die Berichterstattung im Fernsehen in Erinnerung geblieben war. Durch das Informationsgespräch mit dem damaligen Dienststellenleiter wurde mir bewusst, wo und in welchem Umfang das THW überall eingesetzt wird. Unter anderem auch bei diesem damals hängen gebliebenen, verheerenden Hochwasser. Ich habe mir damals gesagt: „Beim nächsten Mal will ich als Helfer dabei sein“ und bin eingetreten. Nur ein paar Jahre später war es dann an der Elbe auch so weit.

TeutoBlog: Wir haben vor einiger Zeit mitgehört, wie ein Kind die Eltern fragte: „Ist das ein blaues Feuerwehr-Auto?“. Haben Sie auch gelegentlich den Eindruck, als wäre das „Technisches Hilfswerk“ im öffentlichen Bewusstsein nicht immer so präsent?

Mario Raab: Den Eindruck habe ich auch, aber dies lässt sich vermutlich auch leicht erklären. Das THW ist die Zivil- und Bevölkerungsschutzorganisation des Bundes und kam als Zivilschutzorganisation zum Glück noch nie zum Einsatz. Ich hoffe auch, dass dem so bleibt. Da nehme ich es dann auch gerne in Kauf, wenn das THW bei den Menschen nicht so bekannt ist. Die Feuerwehr gehört wie der Rettungsdienst und die Polizei zu den Blaulichtorganisationen, welche uns täglich auf der Straße begegnen und durch Berichterstattung in der Presse und Filmen oder Serien in den Medien permanent vertreten sind. Merkmale, die dem THW fehlen und es schwierig machen uns ins Bewusstsein zu rücken. Man merkt, dass das THW immer dann in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, wenn es zu großen Schadensereignissen kommt, wie z. B. den Hochwassereinsätzen an der Oder und der Elbe oder erst kürzlich beim Moorbrand in Meppen. Im Gegensatz zu den Feuerwehren ist das THW auch nicht für die örtliche Gefahrenabwehr zuständig und daher auch nicht in jeder Kommune vertreten. Man muss sich aber auch eingestehen, dass das THW lange davon „gelebt“ hat, dass die Kameradinnen und Kameraden dem THW beigetreten sind um der Wehrpflicht nicht nachkommen zu müssen. Seitdem diese allerdings ausgesetzt ist, hat man es nach meinem persönlichen Empfinden aber lange an einer Marketing-Strategie vermissen lassen. Dieses ist vielen Menschen im THW inzwischen aber auch bewusst geworden, sodass sich die Öffentlichkeitsarbeit, gerade in den Ortsverbänden stark verändert hat. Durch unsere immer stärke Öffentlichkeitsarbeit hier im Einzugsgebiet des Ortsverbandes Warendorf glaube ich schon, dass uns immer mehr Menschen hier vor Ort zwar kennen, sie aber dennoch nicht genug über uns wissen um ihren Kindern das THW altersgerecht zu erklären. Da wird dann von den Eltern gerne mal von der „Blauen Feuerwehr“ gesprochen.

TeutoBlog: Was muss ein Mensch mitbringen, um sich beim „THW“ einzubringen, außer die grundsätzliche Bereitschaft, für seine Mitmenschen da zu sein, wenn sie ihn brauchen?

Mario Raab: Generell ist jeder im THW willkommen. Es kann so gut wie jeder eine helfende Hand in unserem Ortsverband sein. Die Bereitschaft anderen Menschen helfen zu wollen ist die grundsätzliche Basis neben der Teamfähigkeit. Natürlich gibt es Vorschriften um für das Einsatzgeschehen zugelassen zu werden. Hierzu zählen auch die körperliche und geistige Fitness. Nichtsdestotrotz können bei uns auch ältere Mitmenschen oder Menschen mit gesundheitlichen Problemen beitreten und uns im Einsatzgeschehen oder im Dienstalltag unterstützen. Hierfür gibt es eine Vielzahl an Funktionen, welche auch mit einer sogenannten angepassten Grundausbildung ausgeübt werden können. Hierzu zählen neben Tätigkeiten im Stab unter anderem auch die Bereiche Schirrmeisterei, Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit und Küche. Weitere helfende Hände sind bei uns daher jederzeit sehr willkommen.

[ℹ] Info-Box
Haben Sie Interesse bekommen, ein Teil des THW zu werden?
Informieren Sie sich doch gern einmal unverbindlich auf der Internetseite des
👉🏻
Ortsverbandes Warendorf
oder eines vergleichbaren Online-Angebotes für Ihre Region.

Auf 👉🏻Facebook und 👉🏻 Instagram können Sie die Arbeit des Ortsverbandes unter dem Hashtag #thwwarendorf in den sozialen Medien verfolgen.
Und mit einem „Like“ oder einem netten Kommentar auf unkompliziert „Danke“ sagen.

Wir möchten uns bei Mario Raab für das Gespräch bedanken. Vor allem aber auch für den Dienst, den er, seine Kolleginnen und Kollegen leisten, denn das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit: vielen Dank!

 

Bild: Privat

„3 Fragen an…“ Pfarrer Maik Stenzel aus Bad Laer

Neues Jahr. Neue Menschen. Neue Fragen.
Als wir uns Gedanken um mögliche Gesprächspartner für unsere Reihe „3 Fragen an…“ im neuen Jahr machten, fiel ein Name besonders häufig: Pfarrer Maik Stenzel aus Bad Laer.

Aus den Gesprächen konnte man deutlich erkennen, wie angesehen seine Arbeit und sein Engagement in der Gemeinde ist.
Und weil so ein Engagement eben auch zeitintensiv ist, freuen wir uns umso mehr und es erfüllt uns auch klein wenig mit Stolz, dass er sich trotzdem die Zeit für uns und unsere Fragen genommen hat.

Herr Stenzel nahm uns in seinen Erzählungen mit hinter die Kulissen eines Gottesdienstes, der live im TV übertragen wurde, äußerte sich offen und kritisch zur Stellung der katholischen Kirche in der Gesellschaft und wünschte sich zuletzt auch den Aufstieg des VfL Osnabrück…
Nach diesem Interview verstanden wir noch deutlicher, warum Pfarrer Maik Stenzel in seiner Gemeinde so geschätzt wird. Und vermutlich wird es Ihnen nach den nun folgenden Zeilen ähnlich ergehen…
Pfarrer Maik Stenzel Bad Laer.jpg

TeutoBlog: Im letzten Jahr wurden direkt zwei Ihrer Gottesdienste im ZDF live übertragen. Die Unterschiede waren sicherlich schon in der Vorbereitung spürbar, aber wie ist es dann, wenn man live zu so vielen Menschen spricht?

Maik Stenzel: Das ist so nicht ganz korrekt. Wir, in Mariae Geburt, Bad Laer, hatten eine Übertragung im ZDF am Sonntag, 8. April 2018 (Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit – eine Woche nach Ostern) und am Sonntag, 6. Oktober 2019 (Erntedank). Es waren also zwei Übertragungen in zwei Jahren.
[Anmerkung v. TeutoBlog: das ist natürlich korrekt, da hat unsere zeitliche Einordnung und Erinnerung uns einen Streich gespielt.]

Dass es überhaupt zu einer zweiten Übertragung gekommen ist lag an einem fürchterlichen Ereignis am Vorabend des ersten Sendetermins: eine Amokfahrt in Münster. Es gab Todesopfer. Als wir von dem tragischen Vorfall erfuhren – das war 15 min. vor Beginn der Generalprobe am Samstagnachmittag – war uns allen klar, dass wir den Gottesdienst nicht in der Form feiern konnten, wie er geplant gewesen ist: Einleitung, Fürbitten und Predigt mussten neu geschrieben werden.

Für diese Texte hatte ich mir viel Zeit genommen, denn sie mussten schon Wochen vor dem Sendetermin feststehen und dem ZDF vorliegen. U.a. daraus wird das Drehbuch geschrieben. Das hört sich jetzt schräg an – ein Drehbuch für einen Gottesdienst. Aber so muss das Fernsehen vorgehen, damit alle Beteiligten wissen, was sie zu tun haben. Es waren immerhin 35 Kräfte von Seiten des ZDF da (Bild- und Tontechniker/innen, Redakteure, Regie, etc.). Wir hätten das geplante Drehbuch so nicht durchziehen können; das wäre an unseren eigenen Emotionen, den Erwartungen der Mitfeiernden an den Fernsehgeräten und vor allem an der Würde der Opfer vorbeigegangen. So ein tragischer Vorfall darf in einem Gottesdienst nicht verschwiegen werden.

Ich habe bis in die Nacht hinein an den neuen Texten gearbeitet. Die Reaktionen der Menschen in Bad Laer und der Mitfeiernden am TV waren eindeutig: wir hatten angemessen reagiert und konnten ein Stück der kollektiven Trauer auffangen. Das hat offenbar einigen Menschen gutgetan.
Nach der Übertragung teilte mir der Vertreter der katholischen Fernseharbeit der Deutschen Bischofskonferenz mit, er wolle dem Leiter der Abteilung nahelegen, mir eine zweite Chance zu geben. Das war sehr lieb. Wir in Bad Laer haben uns sehr gefreut, als wenige Wochen später tatsächlich der Anruf kam: Ihr dürft nächstes Jahr noch einmal ins ZDF.

Es gab aber auch andere Gründe. Die Kirche Mariae Geburt war für die Lichttechniker ein inspirierender Ort. Vor allem aber haben viele Hände und Köpfe dafür gesorgt, dass sich die Leute vom ZDF bei uns wohl gefühlt haben. Unser Catering war richtig gut und die Atmosphäre insgesamt gastfreundlich. Da muss ich gerade unsere vielen ehrenamtlichen Helfer/innen absolut loben! Das war klasse! Die Redakteurin des ZDF sagte bei der zweiten Übertragung: „In Bad Laer zu arbeiten ist wie nach Hause kommen.“

Für mich war jedes Mal ein sehr anspannender Moment, wenn das rote Licht auf der Kamera aufleuchtete, die auf mich gerichtet war. In dem Moment wusste ich, jetzt sehen Dich alle… und das sind mal eben etwa 700.000 Menschen. Was Du jetzt verbockst, kannst Du nicht mehr geradebiegen. Ich hatte mir im Vorfeld mehrere Gottesdienste in der ZDF-Mediathek angeschaut. Da ist jeder Gottesdienst etwa ein Jahr lang abrufbar. Mir fiel auf, dass bei allen Übertragungen im Laufe des Hochgebets, wenn der Priester die Hände über die Gaben von Brot und Wein ausstreckt, eine Großaufnahme gemacht wurde. Auffallend oft zitterten die Hände des Zelebranten. Klar, die waren aufgeregt. Ich wusste, das würde ich auch sein. Und meine großen Pfoten zitternd im Fernsehen… das wollte ich verhindern. Als der Augenblick bei mir im ersten Gottesdienst kam, habe ich gemerkt wie meine rechte Hand zu zittern begann. Ich wusste, jetzt sind die Hände voll auf Sendung. In dem Moment habe ich ganz bewusst auf die Gaben geschaut und mir gedacht: „Bleib ruhig: Jesus ist hier. Wovor zitterst Du eigentlich?“ Schlagartig hörte das Zittern auf. Und tatsächlich: Im Fernsehen war das Zittern und das schnell folgende Ruhigwerden der rechten Hand deutlichen zu sehen. Bei der zweiten Übertragung habe ich gar nicht mehr gezittert; aufgeregt war ich schon.

Aber mir hat auch sehr gut getan, dass ich fähige Leute an meiner Seite hatte: die Küsterin Margret Schröder hatte im Hintergrund alles im Griff, die Messdiener/innen waren sehr konzentriert und unser Diakon, Matthias Beering, hat mir besonders viel Kraft gegeben, denn er stand neben mir und hat viel Ruhe und geistige Klarheit ausgestrahlt. Das tat unheimlich gut.

Es war ein aufregendes und doch spannendes Erlebnis. Wer die Chance hat, sollte sie nicht vertun. Bei diesem Gottesdienst kannst Du mehr als eine halbe Million Leute erreichen; viele ältere und kranke Menschen daheim freuen sich über den sonntäglichen Gottesdienst im Fernsehen und außerdem gibt es für alle Beteiligte tolle Einblicke in die Fernseharbeit.

 

TeutoBlog: Auch im Jahr 2020 wird die Gesellschaft noch bei sehr vielen Themen gespalten sein, Diskussionen scheinen immer häufiger unsachlich geführt zu werden und dienen nicht immer dem Zweck, zueinander zu finden. Könnte die Kirche in der Zukunft eine noch wichtigere Rolle einnehmen, um die Menschen wieder zueinander finden zu lassen?

 

Maik Stenzel: Die Kirche hat Vertrauen verspielt und in jeglicher Hinsicht missbraucht. Die Verbrechen, die in den vergangenen Jahren bekannt geworden sind, haben die Kirche für viele Menschen in der öffentlichen Meinung disqualifiziert. Ich kann das gut verstehen, denn ich hadere auch mit dem, was da bekannt geworden ist. Die Kirche hat offenbar im großen Stil weggeschaut als Schutzbefohlene zu Opfern wurden. Das tut unglaublich weh und ist in höchstem Maße enttäuschend und beschämend.

Es bleibt zu wünschen, dass die Kirche zu ihrer Verantwortung den Missbrauchsopfern aber auch allen Schutzbefohlenen gegenübersteht. Nur so kann sie als vertrauensvolle Gemeinschaft wahrgenommen werden. Das wäre dann die Voraussetzung, um im öffentlichen Diskurs wieder einen festen Platz zu übernehmen. Ansonsten wirkt jedes Statement unglaubwürdig.

Viele Pfarreien unseres Bistums tun alles, um Missbrauch zu verhindern. Wir holen uns auch Hilfe von außen, um in unseren „Betrieb“ hineinzuschauen und mögliche Missbrauchsgefahren zu bannen. Wir wollen täterunfreundlich werden, damit niemand in der Kirche Angst haben muss. Unter dieser Voraussetzung können wir versuchen – auch durch die verschiedensten Medien – der Kirche eine Stimme zu geben. Aber wir wollen das nicht belehrend und auch nicht unhinterfragbar tun.

In der derzeitigen politischen Diskussion ist notwendig, dass die Kirche versöhnliche Töne anschlägt und sich doch in der Frage um die Würde des Lebens deutlich positioniert. Wir tragen eine Botschaft mit uns, das Evangelium Jesu. Und diese Botschaft ist der gute Kern, den wir den Menschen bringen müssen. Ich hoffe auf eine neue Kirche, in der Menschen jeglicher Herkunft, Orientierung, Religion, Hautfarbe respektiert werden. Der Synodale Weg der Kirche in Deutschland wird hilfreich sein. Ich hoffe auf eine Kirche als Vorbild im Umgang mit Menschen, auch in der Gesprächskultur. Aber das wird noch ein langer Weg.

 

TeutoBlog: Nach Wünschen für das neue Jahr gefragt, würden die meisten Menschen sicherlich Glück, Liebe, Gesundheit und Frieden aufzählen. Gehen wir einmal davon aus, dass hierfür gesorgt sei: was würden Sie sich für das Jahr 2020 wünschen?

Maik Stenzel: Erstmal wünsche ich mir den Aufstieg des VFL Osnabrück in die Bundesliga! Oder zumindest einen Platz oberhalb von Platz 10 am Ende der Saison.

Aber am meisten wünsche ich mir für 2020, dass die Menschen in Europa und auch in Deutschland mehr Respekt vor anderen Meinungen und Überzeugungen haben. Viele haben offenbar Angst, dass sie durch Menschen anderer Religion, Nationalität, etc. benachteiligt oder sogar existenziell bedroht sind. Das ist der Nährboden für Hass, Terror und sogar Krieg. Das kennen wir ja schon zur Genüge, sowohl in Deutschland als auch in der Kirche.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die in 2020 endlich lernt, die Schöpfung zu respektieren und das Leben zu schützen… mit allen persönlichen Konsequenzen. Da muss ich mir selbst an die eigene Nase fassen. Aber wenn wir das schaffen, haben wir eine gute Zukunft vor uns.

TeutoBlog: Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben!

Bild: Privat

„3 Fragen an…“ Elke Schröe – „Aktiv gegen Müll“

Im Rahmen unserer Reihe „3 Fragen an…“ möchten wir Menschen aus unserer Region vorstellen. Wir sind interessiert an ihren Tätigkeiten, Engagements, Meinungen und Ansichten.

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Uns ist in den sozialen Medien die Facebook-Gruppe „Aktiv gegen Müll“ aufgefallen, die offenbar regelmäßig in der freien Natur von Bad Iburg und Umgebung für Sauberkeit und Ordnung sorgt, indem sie sich zum gemeinsamen „Müll aufsammeln“ trifft.

Hinter diesem Projekt steht Elke Schröe aus Bad Iburg. Die 56-jährige gründete die Gruppe erst im August 2019, kann aber schon einige erfolgreiche Säuberungen vorweisen. Elke Schröe, die hauptberuflich als Schwimmbad- und Sauna-Aufsicht in der „Dörenbergklinik“  in Bad Iburg tätig ist, veröffentlicht regelmäßig Bilder von den Funden und hilft bei der Organisation von „Müllsammel-Touren“ durch unsere Region.

In unserem Gespräch haben wir sehr schnell festgestellt, dass Elke Schröe zu den Menschen gehört, die sich in ihrer Freizeit einfach um etwas kümmern. Oder wie es die ältere Generation gern formulierte: „Nicht schnacken, machen!“.
Wir sind allerdings froh, dass sie doch noch Zeit für einen kleinen „Schnack“ und unsere „3 Fragen an…“ erübrigen konnte.

 

TeutoBlog: Frau Schröe, wie sind Sie auf die Idee gekommen, in Bad Iburg Müll aufzusammeln?

Elke Schröe: Ich sammele schon seit vielen Jahren Müll auf, wenn ich eine Runde mit dem Hund gehe. Es ist mir unverständlich, dass die Leute ihren Dreck in die Natur werfen.
Ich bin noch nicht so lange bei Facebook und habe über das Netz von anderen Menschen erfahren, die so ticken wie ich.
Da diese ihre Aktivitäten für mich zu weit weg starten, habe ich eine Gruppe Vorort gegründet und gehofft, dass sich mir ein paar Leute anschließen. Die Gruppe besteht mittlerweile aus fast 90 Leuten, die deutschlandweit in ihrer Umgebung Müll aufsammeln.

Die Mitglieder aus unserer Region treffen sich ab und zu, um gemeinsam einen vorab bestimmten Bereich zu säubern. Diesen Müll lassen wir dann nach Absprache von der jeweiligen Stadtreinigung abholen.

TeutoBlog: Haben Sie bei diesen Sammlungen schon einmal besonders kuriose Funde gemacht?

Elke Schröe: Es sind schon häufig interessante Funde dabei. Handy, Bargeld und Schmuck geben wir beispielsweise im Fundbüro ab.
In den meisten Fällen ist es natürlich Alltagsmüll: Glas, Dosen oder To-Go-Becher. Alte Reifen findet man beispielsweise sehr häufig. Auffällig ist, dass es teilweise Müll ist, der schon Jahre oder sogar Jahrzehnte alt ist. Produktabfälle aus den 60ern und 70ern sind nicht so selten, wie man denken könnte. Oft gibt es sie schon seit Ewigkeiten nicht mehr im Handel oder das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum, welches schon lange überschritten ist, ist noch zu erkennen.

Zu den Kuriositäten zählen sicherlich Pornofilme, Kondome, ein Dildo oder eben ein kleiner Tresor, der auch schon gefunden wurde.

TeutoBlog: Würden Sie sich mehr Unterstützung wünschen?

Elke Schröe: Ich würde mir wünschen, dass sich noch mehr Leute dazu bereit erklären würden, den Müll anderer aufzusammeln. Oder sich irgendwie anders mit dem Thema auseinandersetzen, zum Beispiel mit der Müllvermeidung. Es ist schon etwas Überwindung nötig um in aller Öffentlichkeit auf „Mülltour“ zu gehen. Deshalb ist es mit mehreren auch einfacher und macht auch mehr Spaß.

TeutoBlog: Frau Schröe, haben Sie vielen Dank für Ihren Einsatz und für das Gespräch!

3 Fragen an… Dr. Simone Steffen (Sprecherin des Aktionsbündnisses «JA-Stimme für unsere Grundschulen» Bad Iburg)

Am 29. September 2019 sind die Bürgerinnen und Bürger von Bad Iburg dazu aufgerufen, im Rahmen eines Bürgerentscheides über die Zukunft der drei Grundschulen abzustimmen.
Im Vorfeld hatten wir uns diesem Thema bereits mit einer 👉 Umfrage gewidmet und konnten ein 👉 Interview mit dem SPD Vorsitzenden aus Bad Iburg, Jochen Wiek, führen.

Rund zwei Wochen vor dem Bürgerentscheid nahm sich Dr. Simone Steffen, Sprecherin des Aktionsbündnisses «JA-Stimme für unsere Grundschulen» Zeit, um unsere Fragen zu beantworten. Die Bad Iburgerin ist selbst Mutter dreier Kinder und als Schulelternratsvorsitzende der Grundschule am Hagenberg tätig.

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Dr. Simone Steffen, Sprecherin des Aktionsbündnisses
«JA-Stimme für unsere Grundschulen»
Bild: Privat

TeutoBlog: Warum setzen Sie sich für den Erhalt und die Sanierung der Grundschulen in Bad Iburg ein?

Dr. Simone Steffen: Die Modernisierung und Kernsanierung der Schulen mit ihren Turnhallen kostet laut Gutachten insgesamt rund 12 Millionen Euro. Für den Neubau veranschlagen SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen etwa 16 Millionen Euro. Diese Mehrkosten entsprechen etwa einem Drittel der Gesamtausgaben für die Sanierung, das finde ich beachtlich. Außerdem werden schon jetzt auf Anordnung des Landkreises alle baulichen Brandschutzmaßnahmen in allen drei Grundschulen umgesetzt, und zwar unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheids. Die 1,5 Millionen Euro hierfür wären bei einem Abriss der drei Grundschulen und einem Neubau komplett verloren.

Häufig wird in der Diskussion vergessen, dass zu den Schulen auch die Turnhallen gehören. Diese werden von vielen Vereinen genutzt und fallen bei einem Abriss weg. Aber bereits heute sind die Hallenkapazitäten Mangelware. Viele Sportangebote unserer Vereine müssten zukünftig entfallen.

Durch den Erhalt unserer drei Grundschulen sichern wir außerdem auch dauerhaft mehr Lehrkräfte vor Ort. Nach den aktuellen Schülerzahlen würden bei einer Zusammenlegung sofort drei Vollzeitlehrerstellen entfallen und die Klassen würden größer werden. Wir wollen aber auch in Zukunft kleinere Klassen sichern, um allen Kindern gute Bildungschancen zu ermöglichen.

Unsere Schulen sind ein wichtiger Bestandteil des Zusammenhalts vor Ort. Genau dieser macht Bad Iburg insgesamt so attraktiv, gerade auch für junge Familien. Viele Menschen haben sich in den letzten Jahren in Fördervereinen für die Aufwertung der Schulen und Schulhöfe engagiert. Auch diese Arbeit wäre mit dem Abriss hinfällig.

Die drei Grundschulen sind auch deshalb so wichtig, weil die Geburtenzahlen steigen. Wir bauen aktuell Krippen- und Kitaplätze massiv aus und wollen im selben Atemzug Grundschulen schließen? Das ist für mich nicht nachvollziehbar.

Mir persönlich liegen unsere drei Grundschulen in den Ortsteilen am Herzen, weil mir wichtig ist, dass Kinder in kleinen, dörflichen Strukturen aufwachsen und lernen können. In einem auch für junge Kinder überschaubaren Raum kennen die Lehrerinnen und Lehrer jedes Kind. Die Kinder erfahren Orientierung und Sicherheit, das macht sie stark für das Leben.

TeutoBlog: Die CDU, SPD und das Bündnis 90-Die Grünen haben einen Flyer herausgegeben. Dort wird behauptet, den Bürgern und Bürgerinnen würde einiges verheimlicht. Verheimlichen Sie etwas?

Dr. Simone Steffen: Nein, natürlich verheimlichen wir nichts. Unser Anspruch ist im Gegenteil, transparent und objektiv über unsere Argumente für den Erhalt der drei Grundschulen zu informieren. Davon können Sie sich auf der Homepage unseres Aktionsbündnisses, 👉 www.ja-stimme.de, überzeugen.

Allerdings sind viele Menschen durch die Darstellungen und Behauptungen auf dem besagten Flyer nachvollziehbarer Weise irritiert. Ich finde es deshalb wichtig, dass wir uns drei Dinge vor Augen führen: Erstens, werden die Investitionen bei einer Sanierung und Modernisierung wesentlich günstiger als ein zentralisierter Neubau. Zweitens, wir bekommen drei modernisierte Schulen und drittens, wir behalten auch drei Turnhallen für den Vereinssport.

Die Behauptungen, die in dem von Ihnen genannten Flyer getroffen werden, werfen bei mir zudem einige Fragen auf:
Warum sollte bei einer Kernsanierung und Modernisierung die Grundsteuer erhöht werden, bei einem Neubau, dessen Errichtung ca. 4 Millionen Euro teurer werden würde, aber nicht?

Wie sollen die Bedingungen für den Vereinssport mit nur einer neuen Turnhalle besser werden, wenn schon jetzt die Hallenkapazitäten bei drei Turnhallen knapp sind?

TeutoBlog: Wir hatten bereits Jochen Wiek die identische Frage gestellt: als Bürger oder Bürgerin bekommt man den Eindruck, die Diskussion wird von den Entscheidungsträgern nicht ausschließlich auf sachlicher und inhaltlicher Ebene geführt. Täuscht dieser Eindruck, oder wie konnte es dazu kommen?

Dr. Simone Steffen: Den Eindruck kann ich nachvollziehen. Umso wichtiger ist es deshalb, dass die Bad Iburger Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit bekommen sich zu informieren, um auf dieser Basis eine Entscheidung treffen zu können. Ein konstruktiver Austausch ist mir und auch den anderen Personen des Aktionsbündnisses sehr wichtig.

Was noch sehr wichtig ist: bei einer Ja-Stimme wissen wir, was wir bekommen, nämlich eine Weiterentwicklung und Modernisierung der drei Grundschulen. Eine Nein-Stimme hingegen hat keine bindende Wirkung für den Rat und die Stadt. Eine Nein-Stimme bedeutet nicht, dass ein Neubau samt Turnhalle kommt. Auch ein Anbau an die alten Hauptschulräumlichkeiten ist möglich.

TeutoBlog: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Gespräch genommen haben.

Dr. Simone Steffen: Sehr gerne. Ich hoffe, dass am 29. September möglichst viele Bad Iburgerinnen und Bad Iburger von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen und für unsere Kinder mit „JA“ stimmen. Wählen darf man übrigens schon ab 16, und natürlich ist auch Briefwahl möglich.

3 Fragen an… Jochen Wiek, Vorsitzender der SPD Bad Iburg

Bereits im Jahr 2015 waren die Bürger und Bürgerinnen in Bad Iburg geteilter Meinung. Damals ging es um die Frage, ob die Stadt die Landesgartenschau 2018 ausrichten sollte, oder eben nicht. Ein Bürgerentscheid am Nikolaustag 2015 trug dazu bei, dass die „Laga 2018“ kam und überwiegend als schöner, ereignisreicher Sommer in Erinnerung bleibt.
Man könnte also meinen, die Menschen in Bad Iburg haben mehrheitlich ein feines Näschen für die richtigen Entscheidungen.
Vier Jahre später finden wir eine ähnlich geteilte Meinung vor. Diesmal geht es allerdings um die Zukunft der drei Grundschulen in Bad Iburg, Glane und Ostenfelde. Und am 29. September 2019 können die Bürger und Bürgerinnen im Rahmen eines Bürgerentscheids erneut Einfluss nehmen und hoffentlich wieder die richtige Entscheidung treffen; wie immer die auch aussehen mag, wird uns die Zeit beantworten.

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Jochen Wiek, Vorsitzender SPD Bad Iburg, Bild: Privat

Als Mitglied des Rates der Stadt Bad Iburg und Vorsitzender des Betriebs- und Finanzausschusses fand Jochen Wiek, Vorsitzender der SPD Bad Iburg, im sicherlich gut gefüllten Terminkalender vor dem wichtigen Stichtag, die Zeit, uns im Rahmen der Reihe „3 Fragen an…“ Rede und Antwort zu stehen.

TeutoBlog: Warum glauben Sie, dass eine Zusammenlegung der Bad Iburger Grundschulen in einen Neubau der richtige Weg für die Stadt ist?

Jochen Wiek: Aus mehreren Gründen:

Finanziellen Gründe

Der Neubau einer neuen Schule und einer neuen 2-Feld-Turnhalle an der Realschule wird in etwa gleich viel kosten wie die Sanierungen. Die jährlichen Kosten für die Stadt Bad Iburg sind aber wegen längerer Abschreibungen und Kredit-Dauer günstiger für Neubauten als für die Sanierung von Altgebäuden.

Neubauten sind meiner Meinung nach besser zu kalkulieren. Wer schon mal ein Haus saniert hat, wird wissen, dass in jedem Haus „Überraschungen“ warten, die Mehrkosten verursachen. Und wenn man erstmal dabei ist, etwas zu sanieren, werden andere Sachen, die vielleicht nicht im Sanierungsgutachten stehen, gleich mitgemacht, was ja dann auch vernünftig ist, das Ganze aber auch wieder teurer macht. Das hat auch kürzlich die Krippengruppen-Erweiterung des Franziskus-Kindergartens gezeigt, wo die Kosten des Neubauteiles im Rahmen der Kostenschätzung waren, der Sanierungsteil aber wesentlich teurer werden wird.

Die laufenden Kosten sind in einer Schule deutlich niedriger als in 3 Schulen: beispielsweise die Anzahl Hausmeister und Schulsekretärinnen, Energetisch besser, Rücklagenbildung, usw.

Pädagogischen Gründe

Es gibt heute Raumkonzepte mit sogenannten Lern- und Teamhäusern, wo sich mehrere Klassenräume desselben Jahrganges um ein Forum gruppieren. Es gibt z.B. auch kleinere Teilungsräume für Differenzierung, Schüler können in Projekten Klassenübergreifend arbeiten, und vieles mehr. Das ist natürlich in den alten „Flurschulen“ nicht möglich.

Für die – heutzutage immer wichtigere – Ganztagbetreuung können in einer großen Schule natürlich eine größere Anzahl verschiedener Arbeitsgemeinschaften angeboten werden, um so die unterschiedlichsten Interessen und Talente der Schülerinnen und Schüler zu fördern.

Eine vernünftige Mensa gehört auch dazu, die sich in einem für eine Mensa geplanten Raum befindet und nicht in einem nicht mehr benötigten Klassenraum.

Unterrichtsausfall kann an mehrzügigen Schulen leichter kompensiert werden, insbesondere bei den oben angesprochenen „Lernhäusern“.

Allgemeine Gründe

Eine Aula für Vorträge, Aufführungen, usw. wird in einer neuen Schule gleich mitgeplant. In den alten Gebäuden gibt es dafür keinen Platz.

Die Grundschul-Kinder lernen auch die aus anderen Ortsteilen kennen und das leider immer noch existierende Ortsteil-Denken kann weiter zurückgefahren werden.

Eine neue 2-Feld-Turnhalle ist eine Bereicherung sowohl für den Vereinssport als auch für die Realschülerinnen und Schüler, die dann für den Sportunterricht nicht mehr in ihrer Pause zum Gymnasium laufen müssen.

 

Dass ich die finanziellen Gründe zuerst genannt habe, ist keine Wertung, die pädagogischen und allgemeinen Gründe sind für uns die wichtigeren.

TeutoBlog: Warum sind Ihrer Meinung nach kleine Dorfschulen nicht mit der Bildungsrealität und Bildungsqualität einer modernen Grundschule vereinbar?

Jochen Wiek: Die drei Grundschulen in Iburg, Glane und Ostenfelde leisten hervorragende pädagogische Arbeit. Ihre Schulprogramme haben sich zur Zufriedenheit der Schüler/innen und Eltern bewährt. Unsere Entscheidung betrifft ausschließlich die vorhandenen Gebäudesubstanzen, in denen ein weiterer Betrieb ohne die kostenaufwendige Sanierung nicht möglich ist. Eine Vereinbarkeit ist deshalb nicht gegeben.

TeutoBlog: Man bekommt man den Eindruck, die Diskussion wird von den Entscheidungsträgern nicht ausschließlich auf sachlicher Ebene geführt. Täuscht dieser Eindruck, oder wie konnte es dazu kommen?

Jochen Wiek: Ihre Wahrnehmung ist leider richtig. Die öffentliche Diskussion wird teilweise emotional oder irrational geführt.
Wer emotional denkt und argumentiert, blendet in der Regel die sachliche Ebene aus. Als Chemiker bin ich ein Freund von sachlichen Argumenten. Mit großem Bedauern muss ich feststellen, dass einige Ratsmitglieder die emotionale Ebene vertreten und „vorübergehend“ Betroffene als Verbündete beeinflussen. Wir sollten doch – gerade in der Kommunalpolitik – alle an einem Strang ziehen und dass auch in derselben Richtung, um das Beste für unsere Bürgerinnen und Bürger zu erreichen.

TeutoBlog: Herr Wiek, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben.

Jochen Wiek: Gerne. Ich kann nur alle Bad Iburger aufrufen, sich ebenfalls etwas Zeit zu nehmen, um zur Wahl zu gehen und mit „NEIN“ zu stimmen.

3 Fragen an… Sven Brönstrup – Blogger & Betreiber von regionalen Facebook-Gruppen

Wenn man aus der Region Osnabrück stammt und zeitgleich im sozialen Netzwerk Facebook unterwegs ist, kommt man an eine Person kaum vorbei: Sven Brönstrup.

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3 Fragen an… Sven Brönstrup, Blogger und Betreiber von regionalen Facebook-Gruppen

Der 46-jährige Bad Iburger, der eigentlich als Betreuungskraft in der Altenpflege tätig ist, hat sich im Laufe der Zeit durch sein Engagement auf der Plattform ausgezeichnet. In seinen zahlreichen Community-Gruppen tummeln sich tausende von Menschen aus der Region, tauschen sich über die neusten Themen und Entwicklungen aus, bekommen Antworten auf ihre Fragen oder unterhalten sich einfach zwanglos über alles, was man früher vielleicht am Zaun mit dem Nachbarn besprochen hätte.

Zudem findet Sven Brönstrup noch die Zeit unter dem Namen „Osnastadtkreisblogger“ regelmäßig mit einer hohen Schlagzahl Nachrichten aus dem Raum Osnabrück zu veröffentlichen. Gut, dass er sich trotzdem noch die Zeit für unser schnelles „3 Fragen an…“-Interview nehmen konnte.

TeutoBlog: Herr Brönstrup, fangen wir zur besseren Übersicht gleich damit an: wie viele Online-Projekte, also Communitys in sozialen Netzwerken und Webseiten, betreuen Sie derzeit überhaupt gleichzeitig?

Sven Brönstrup: Ich fange mit meinen eigenen Facebookgruppen an: Freunde und Fans des Osnastadtkreisblogger, Aktuelles aus Dissen und Umgebung, Bad Iburger Liveticker, Bad Iburg lacht über, Wohnraum Landkreis Osnabrück, Samtpfotenfreunde, Tiersitter in Stadt und Landkreis Osnabrück. Bei diesen Gruppen habe ich tolle Unterstützung durch Udo Q., Susan S., Anja K.

Desweiteren bin ich Moderator bzw. Administrator in folgenden Gruppen: Helfen mit Herz [Anmerkung: als Emoji] und Verstand, Osnabrücker Land und Leute von gestern und heute, Wir in Osnabrück Stadt und Land.
Als Seiten betreue ich die Seite Osnastadtkreisblogger, Südkreis in Bildern. Beim Osnastadtkreisblogger sind wir seit 2019 ein Team von 3 Bloggern. Der Blog wurde im Jahr 2015 gegründet und über mehrere Jahre von mir alleine betreut.

TeutoBlog: Woher nehmen Sie die Motivation Zeit und Anstrengungen in diese Projekte zu investieren, was treibt Sie an?

Sven Brönstrup: Es ist die Freude daran, zu recherchieren und der Dank den sehr viele Leser und Leserinnen uns entgegen bringen, das treibt mich an, motiviert mich, weiter zu machen. Ein guter Ausgleich zum Job und ein schönes Hobby.

TeutoBlog: Laut Studien werden die jungen Menschen auf Facebook immer weniger. Wenn wir einmal gemeinsam in die Zukunft blicken, wären dann die Plattformen „YouTube“ oder „Twitch“ eine Alternative für Sie, um die Berichterstattung aus der Region weiterzuführen oder auch noch ein jüngeres Publikum anzusprechen?

Sven Brönstrup: Ein YouTube Kanal existiert bereits, der wäre noch ausbaufähig. Bei Instagram ist der „Osnastadtkreisblogger“ vertreten und bei Twitter auch.

TeutoBlog: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für unsere kleine Fragenrunde genommen haben!       

Sven Brönstrup: Sehr gerne und hat mich sehr gefreut.