Corona-Virus: Die Lage ist nicht nur ernst…

Wenn die großen Medien in Deutschland ernsthaft auf der Titelseite „Ist die Lage denn wirklich so ernst?“ schreiben und man im Alltag ständig mit Kommentaren wie „…so langsam ist dann aber auch mal gut. Wir können ja jetzt nicht ewig…“ konfrontiert wird, dann wird vor allem eines deutlich:

…den Menschen ist nicht bewusst, wie der aktuell Stand in der Corona-Pandemie ist. Obwohl ständig und laufend gewarnt wird, hört man nur noch beiläufig hin – wenn überhaupt – und kann deswegen die aktuelle Situation nicht mehr richtig einschätzen.

Deswegen fassen wir es zusammen! Und hierbei stützen wir uns u.a.(…aber nicht nur) auf die Aussagen von Professor Dr.Med. Stefan Kluge, der am Uni-Klinikum Hamburg Eppendorf an vorderster Front steht und in der Ausgabe von Markus Lanz am 15. April 2021 eine gute Übersicht beschrieb.

  • Der Corona-Virus heute ist nicht mehr der Corona-Virus vom letzten Jahr: 90% sind in Deutschland mit der Mutation infiziert, die aggressiver und sehr viel ansteckender ist, als zuvor.

    Besonders perfide: Menschen mit schweren Verläufen können – oder müssen – sich länger auf Intensivstationen gegen den Virus wehren, ehe sie versterben.

  • Ca. 29.000 Menschen infizieren sich täglich neu. In der Regel trifft es mittlerweile Menschen zwischen 30 und 50 Jahren, die auch schwere Verläufe haben und auf der Intensivstation landen.

  • Rund 35% der Menschen, die mit einem schweren Verlauf auf der Intensivstation landen, sterben.
    Die restlichen Patienten haben mit sehr langen und schweren Nachwirkungen zu kämpfen, die „Long Covid“ genannt werden. Die Nachwirkungen sind so schwer, dass die Menschen keinen normalen Alltag mehr haben.

  • Es trifft schon lange nicht mehr nur die „Alten oder Schwachen“: Profi-Sportler liegen auf Intensivstationen, Olympia-Teilnehmer muss wegen der Nachwirkungen seine Sport-Karriere an den Nagel hängen.
    Es ist also ein ganz, ganz fataler Irrtum, wenn man denkt, der Corona-Virus wäre für irgendeinen Menschen harmlos.

  • Auf Intensivstationen fehlt das Personal. Selbst wenn man noch freie Betten hat: aufgrund der enormen Belastung sind in Deutschland ca. 9000 Fachkräfte aus dem Beruf ausgeschieden. Ohne dieses Personal können die Intensivstationen nicht betrieben werden.

  • Aufgrund der Belastung in den Intensivstationen können nicht ausreichend Plätze für Herzinfarkt-, Hirnschlag- oder Unfall-Patienten bereitgehalten werden.

Ein besonderes Problem: wenn wir HEUTE neue und strengere Schutzmaßnahmen bekommen würden und die auch wirklich wirken, dann merken die Intensivstationen dies erst in 4 Wochen;  bis dahin geht die Kurve weiter steil nach oben, obwohl sie jetzt schon an ihre Grenzen stoßen.

Um die Frage zu beantworten, was die Uhr in Sachen Corona-Virus geschlagen hat: es ist schon viel zu spät! Alles was wir jetzt noch tun können, ist hoffen, beten und Schadensbegrenzung betreiben.
Und am besten warten wir nicht darauf, dass die Politik uns schützt, sondern schützen uns selbst, so gut es nur eben geht.

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