Bundes-Notbremse: Im Kampf gegen Corona steht der Privatmensch in der ersten Reihe

Privat und in der Freizeit sollen die Menschen Kontakte und Aktivitäten einschränken. Sie sollen Masken tragen, sich vor einem Einkauf möglichst testen lassen und ggf. nach 21:00 Uhr nicht mehr vor die Tür gehen.
Die Wirtschaft hingegen drückt sich erfolgreich vor der Verantwortung. Die Unternehmen kommen mit Empfehlungen und Angeboten davon, obwohl sie die Menschen in einem viel größeren Ausmaße der Gefahr einer Infektion aussetzen.
Eine Einordnung der aktuellen Entwicklungen…

Die Leitung im Kampf gegen den Corona-Virus soll zukünftig vermehrt die Bundesregierung übernehmen. Notwendig wird das unter anderem deshalb, weil die Landesregierungen, in Person die Ministerpräsidenten*innen, oftmals schon Minuten nach einem gemeinsamen Beschluss dann doch wieder alles über Bord geworfen und ihre eigene Suppe gekocht haben.

Noch ist das alles nicht in trockenen Tüchern. Und das zeigt auch eine der Schwächen auf diesem Gebiet: im Bundestag will beispielsweise die AfD nichts von Corona wissen, weil sie auf die Stimmen der Corona-Leugner schielen. Und die FDP möchte alles hinauszögern, weil sie wiederum die Wirtschaft als Zielgruppe hat.
Mit dem Kampf gegen die Pandemie hat so ein Verhalten natürlich nichts zu tun, denn hierbei müsste man tun, was nötig ist.

Im Kampf gegen den Corona-Virus soll die Bundes-Notbremse helfen. Das sind im Endeffekt fast ausschließlich Regeln, die man bereits Anfang März getroffen hat.
Während der Virus sich ständig weiterentwickelt, läuft die Politik also weiterhin nur chancenlos hinterher.

Blickt man auf die Front, dann sieht man dort in erster Linie die Privatmenschen. In der Freizeit sollen Kontakte reduziert werden, man soll zuhause bleiben und möglichst auf Aktivitäten verzichten.
Die Wirtschaft kann sich bisher äußerst erfolgreich vor der Verantwortung drücken. Sie nutzt ihren Einfluss, um weiterhin möglichst ohne Auflagen produzieren zu können.

Anstelle einer Pflicht zum Home Office, wo dies möglich ist, bleibt es bei einer Empfehlung, die überwiegend ignoriert wird.
Und anstelle einer Verpflichtung, die Angestellten 2x wöchentlich zu testen, gibt es die Auflage, den Arbeitnehmern dies anzubieten; und zwar nur 1x wöchentlich.

Wenn ein Unternehmen also ausreichend gesellschaftlichen Druck auf die Angestellten ausübt und derjenige/diejenige, der/die das Angebot dann auch wahrnehmen möchte, sich entsprechend ausgegrenzt fühlt, bleiben auch die Unkosten, die ein solcher Corona-Schnelltest verursacht, schön niedrig.
Zudem sind es überwiegend diejenigen, die Corona sowieso nicht ernst genug nehmen, die wohl am gefährdetsten sind, als Super-Spreader eine ganze Belegschaft zu infizieren und vorher ein Test-Angebot eher ablehnen würden.

Seit Monaten ist immer wieder von der Eigenverantwortung die Rede. Und genauso lange bemerkt man, dass die bei einem ordentlichen Anteil der Bevölkerung zwar vorhanden ist, es im Kampf gegen die Pandemie aber nichts bringt, wenn die Corona-Leugner, Relativierer und Unvorsichtigen nicht am gleichen Strang ziehen.

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