Abschied nehmen: Das „Albertinenkrankenhaus“ in Dissen wird abgerissen

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Der Eingang des ehemaligen „Albertinenkrankenhaus“ Dissen
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Viele Menschen in der Region verbinden mit dem ehemaligen „Albertinenkrankenhaus“ in Dissen emotionale Erinnerungen.
Erinnerungen an die Arbeit im Krankenhaus, an Kollegen und Kolleginnen, mit denen man oft mehr Zeit verbrachte, als mit der Familie. Die Geburt des eigenen Kindes, eine überstandene Krankheit, Operation, oder der Verlust eines geliebten Menschen nach Unfall oder Krankheit: fast jeder, der im Südkreis von Osnabrück wohnt, hat seine ganz eigenen Geschichten zum „Albertinenkrankenhaus“.

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Sinnbildlich: die Sonne scheint über das verfallene Gebäude, aber dunkle Wolken ziehen auf…
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Einige von ihnen trafen wir in den vergangenen Tagen am Krankenhaus. „Abschied nehmen…“, wollten sie, erklärten sie mit einer bedrückten Stimme. Und dem Sohn noch einmal zeigen, wo er geboren wurde.
Andere wollten nur noch einmal Bilder von einem sogenannten „Lost Place“ machen. Und verloren ist das Krankenhaus tatsächlich. In den nächsten Wochen sollen die Abrissarbeiten beginnen, die rund 2 Millionen Euro kosten sollen.

Die Geschichte des „Albertinenkrankenhaus“ Dissen

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ℹ Info: Für eine größere Ansicht der Grafik bitte 👉 hier klicken.
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Nach der Schließung wurde das leerstehende Gebäude mal ganz offiziell, mal illegal, zweckentfremdet. Im Jahr 2016 trainierte ein Sondereinsatzkommando im ehemaligen Krankenhaus.
Danach wurde es offenbar zum Treffpunkt von Menschen, die auf der ehemaligen Geburtsstation das ein oder andere alkoholische Getränk zu sich nahmen und sich sogar ein Zimmer, den Umständen entsprechend, wohnlich einrichteten.

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„Lost Places“: besonders Film- und Fotofreunde nutzen ihre Gelegenheit…
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Dann wiederum besuchten Abenteurer das ehemalige Krankenhaus. Sie filmten und fotografierten im „Lost Place“ und veröffentlichten unterhaltsame Videos davon im Internet.
Um nachfolgenden „Lost Place“-Anhängern die Suche nach Attraktionen im Gebäude zu erleichtern, wurden Wegbeschreibungen hinterlassen: Hinweise auf den Leichenkeller, auf einen Tresor oder einen halbwegs erhaltenen OP-Raum mit Beleuchtung wurden zwischen Graffiti und herunterhängenden Kabeln an die Wände geschrieben.

Unwahrscheinlich, dass die zahlreichen zerbrochenen Fenster und Türen von diesen Besuchern stammen, denn die gehen traditionell sehr ordentlich vor, um nachfolgenden Besuchern ein vergleichbares Erlebnis zu bescheren.

Zeit für neue Erinnerungen: Die Zukunft des Areals

Obwohl eine Gruppe von Menschen über Wochen, Monate und Jahre für eine bessere Notfallversorgung im Südkreis kämpfte, gibt es für sie derzeit noch immer keine zufriedenstellenden Pläne in dieser Richtung. Das ehemalige Krankenhaus wird auf jeden Fall auch bei zukünftigen Plänen keine Rolle mehr spielen.

Auf dem Gelände des ehemaligen „Albertinenkrankenhaus“ werden zukünftig neue Erinnerungen geschrieben.

Die Stadt plant auf diesem Areal den Bau eines bunten Wohnquartiers. Ziel ist es, ein sozial gut durchgemischtes Gebiet mit Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen, mit bezahlbaren Wohnraum und Grünanlagen, auf möglichst klimaneutraler Weise zu schaffen.
Gleichzeitig soll aber auch eine gewerbliche Nutzung in Form von Dienstleistungen wie Übernachtungsangebote, medizinische Versorgung oder betreuten Wohnen möglich sein.

Wo alte Erinnerungen den mächtigen Abrissbaggern zum Opfer fallen, sollen zukünftig also neue Erinnerungen in den eigenen vier Wänden der ständig wachsenden Bevölkerung in der Stadt Dissen geschaffen werden…

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Zeit um Abschied zu nehmen…
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Die Grafik über die Geschichte des „Albertinenkrankenhauses“ in Dissen wurden nach bestem Wissen angefertigt. Sollten wichtige Ereignisse fehlen oder Angaben nicht korrekt sein, bitten wir dies zu entschuldigen.

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